Donnerstag, 26. Juli 2018

Wenn aus der Hypochonderin eine chronisch Kranke wird

Dramatisch? Nicht mehr als das echte Leben.
Die Angststörung hat es letztendlich geschafft, dass ich nunmehr alle 3 Monate beim Doc antanzen darf. Wollte ich SO NICHT.
Aufgeund genetischer Vorbelastung und mittlerweile 18 Jahren Leben mit Panikattacken, die dauerhafte Medikamenteneinnahme nötig machten, veränderten sich Stoffwechsel und Bewegungsverhalten dahingehend, dass ich „immer mehr“ wurde. Nicht ungewöhnlich. Je schwerer man wird, desto schwerer wird auch der Alltag. Je weniger man sich bewegen ksnn, desto schneller nimmt man zu.
Und wer schon die „völlig normalen“ Alltagsdinge nicht mehr gestemmt bekommt, der KANN nicht zusätzlich Sport machen.
Stundenlange Spaziergänge sind auch nicht drin.
Aber wem erzähle ich das?
Von außen wirkt man wohl wie ein Couch-Potstoe. Ein eher sehr gemütliches Etwas, das halt einfach zu viel isst. Und das Falsche. Von nix kommt schließlich nix! Und es gibt auch Angstgestörte die GANZ schlank sind. Bla bla...
Schilddrüse. Wechseljahre. Sitzender Minijob nebenbei. Und schwupps: der Langzeit-Blutzuckerwert steigt. Pubertierende Kinder, ekelhafte Nachbarn, Frust statt Lust. Sorgen um die alten Eltern, kranke Geschwister, Freunde. Nachrichten, die man nicht einfach so wegsteckt: Stress.
Im Hintergrund und IMMER an Bord der innere Schweinehund, der so gerne Panik und Angst verbreiten möchte.
Und dann sagt der Doc: Prädiabetes
Noch nicht der „echte“ - aber der direkte Weg dahin.
Mist. Man kann noch gegensteuern. Hinauszögern. Abnehmen, gut ernähren, bewegen!!
Ach ja. Ich habs doch immer versucht.
Und? Trotzdem. Aber eins werde ich mir NICHT geben: ein Schuldgefühl. „Du bist ja selbst schuld, hättest du... oder hättest du nicht...“
Nein. Ich habe es mir nicht ausgesucht und ich habe auch keine „Schuld“
Ich stehe jetzt auf diesem Karussell und kann es weder anhalten noch kann ich abspringen. Aber ich werde mich gut festhalten! Runterplumpsen wäre mir peinlich.
Ich bin noch LANGE nicht am Ende.